Jetzt mal analog

Nach langer Zeit mal wieder ein Blog-Post und dann gleich so eine Überraschung…

Die Unmengen an Bildern die bei der digitalen Fotografie nach einem Fototag herauskommen gehen mir ein wenig auf den Keks und rauben mir ein bisschen die Freude an der Fotografie. Selbst wenn man sich zusammenreißt kommt man doch schnell auf 100 und mehr Fotos nach einer kleinen Fototour oder einiges mehr bei einer Portrait-Session. Diese Bilder wollen gesichtet, ausgewählt und bearbeitet werden und so endet man doch wieder am PC – für Stunden!

Zu analogen Zeiten ging ich auch auf Fototour, Entdeckungsreise oder wie auch immer man das nennen möchte. Fotografiert wurde auf 35mm KB Film (SW). Nach 24 Aufnahmen war Schluss! 25 wenn man den Film sehr knapp oder im dunkeln eingelegt hatte. Toll waren dann später die 36er Filme… Was? 36 Bilder? Ja! und das war toll – es waren die größten KB-Filme die man bekommen konnte. Und es war ausreichend. In 2-3 Wochen Urlaub verschoss mein Vater früher ca. 3 Filme. Von der Verwandtschaft wurde er mit großen Augen angesehen, wie man denn so viele Bilder in nur einem Urlaub machen könne… 108 Fotos in 3 Wochen. Seien wir mal ehrlich, im digitalen Zeitalter jagen wir 108 Fotos doch schon am Flughafen durch…

Mit all den Möglichkeiten, die man im digitalen Zeitalter hat, verliert die Fotografie immer mehr an Reiz und ihrer künstlerischen Komponente. Die Bilder sind nicht besser geworden, sondern einfach nur mehr! Das Bewustsein für schöne Bilder oder der Wunsch nach schönen Aufnahmen scheint mehr und mehr Menschen verloren zu gehen. Wie sonst erklärt man sich die Vielzahl an unscharfen, verwackelten, schlecht belichteten Handyfotos die bei Facebook und Co. landen?

Für mich ist es jetzt spannend, sich mal wieder der alten Werte zu besinnen, seine Motive mit mehr bedacht auszuwählen und sich mehr Zeit für die Aufnahme zu nehmen. Man muss sich plötzlich auch wieder in der Anzahl der Bilder einschränken. Jedes gemachte Bild ist mit Kosten verbunden. Ob mir ein 36er Film reicht, um einen halben Tag auf Fototour zu gehen? Ich weiß es noch nicht, ich werde es aber herausfinden.

Schon in der Schule habe ich Filme und Bilder selbst entwickelt und es hat mir einen riesen Spaß gemacht. Es ist toll zu sehen, wie sich im Laufe des Prozesses nach mehreren Stunden endlich die Fotos auf den zuvor noch weißen Papieren abzeichnen. Eine Zeit an die ich immer wieder gerne zurück denke. Man hat sich wirklich nur auf die Bilder konzentriert – musste man auch, damit das Ergebnis am Ende auch stimmte…

Heutzutage sitzt man am PC, sucht Bilder heraus, surft im Internet, schaut nebenbei Fern, bearbeitet halbherzig die Bilder in Lightroom oder Photoshop während man mit irgendwem telefoniert… Man verliert sich einfach in zu vielen anderen Dingen.

Ich habe mir bei spuer-sinn.net ein Starterset für die Kleinbildentwicklung bestellt. Nur negative (SW). Das Set beinhaltet alles was man für die Negativentwicklung benötigt. Auch die Chemikalien sind enthalten und es kommen sogar noch 5 Filme mit. Einen Wechselsack muss man allerdings extra kaufen – bzw. sollte man.

Leider ist das Set zur Zeit ausverkauft und kommt erst Mitte September wieder rein. Spuer-sinn hat mir aber vorab schonmal die Filme (Ilford FP4) zukommen lassen, sodass ich zumindest mit dem Fotografieren schon einmal beginnen kann. Den Rest der Bestellung schicken sie mir versandkostenfrei nach, sobald alles eingetroffen ist.

Meine alte Canon AE-1 Programm ist geladen und wartet eigentlich nur noch auf den Einsatz am Wochenende. Genau weiß ich zwar noch nicht wo es hingeht, ich hab mich aber zumindest schonmal für ein 35mm F2.0 Objektiv entschieden – das schreit ja förmlich nach Street-Photography 🙂

Genug erstmal für heute, ich werde berichten, wie die Analogreise weiter geht…

Bis dahin: Drag the Shutter!